Jubiläen 2005

  • Buchhandlung Becker-Krapp
  • Constantin von Briesen
  • „Geschichte der Stadt Merzig und des Merziger Landes“
  • Kreisverwaltungsgebäude
  • „Spitälchen“
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So schnell vergeht die Zeit...

Ein ereignisreiches Jahr 2005 liegt hinter uns. Im vergangenen Jahr wurde wieder im Archiv des Museums Schloss Fellenberg fleissig gesucht, recherchiert, dokumentiert, fotografiert und so gibt es auch in diesem Jahr, wie in jedem Jahr, einen Rückblick, über das vergangene Jahr.

Stellen Sie sich vor:

Vor 185 Jahren, 1820, liefen die ersten Personenposten mit Postkutschen im Saarland, u.a. die Strecke von Wadern nach Merzig.

Vor 175 Jahren, 1830, wurde die zweitälteste Buchhandlung an der Saar in Merzig gegründet, die Buchhandlung Becker-Krapp.

Vor 155 Jahren, 1850, wurde Constantin von Briesen zum Landrat von Merzig ernannt (1850 bis 1886). Er nahm die durch politische Unruhen von 1848 ins Stocken geratene Wiesenmelioration wieder auf, stellte 1853 einen Kreiswiesenbaumeister ein, gründete mit maßgeblicher Hilfe von Herrn Eugen von Boch 1857 die Kreissparkasse. Anregung zur Gründung gab der Schweizer Wilhelm Tell von Fellenberg. Von Briesen schrieb die beiden Bände „Urkundliche Geschichte und Statistik des Kreises“ (1863/1867).

Vor 140 Jahren, am 9. November 1865, wurde die evangelische Kirche in Merzig feierlich eingeweiht. Der Sandsteinbau im gotischen Stil wurde finanziert aus Geldern von 33 Gustav-Adolf-Vereinen, dem Gustav-Adolf-Frauenwerk, aus Kollekten fast aller Kirchen der Rheinprovinz und aus Spenden vieler Freunde und Könner. Dazu gehörten der damalige preußische König Wilhelm I. , die Königin Auguste und die Familien von Boch-Buschmann und von Fellenberg.

Vor 125 Jahren, am 22. Februar 1880, wurde Johann Heinrich Kell geboren. Er wirkte von 1901 bis 1906 als Lehrer in Hüttersdorf, 1920 wurde er zum Leiter der Kreisschulinspektion Merzig (Stammkreis) berufen. Nach 1945 war Kell noch drei Jahre als Studienrat am Mädchengymnasium in Merzig tätig, 1948 trat er in den Ruhestand. 1959 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz I. Klasse ausgezeichnet. Er schrieb u.a. „Die Geschichte des Kreises Merzig“ (1925) und „Geschichte der Stadt Merzig und des Merziger Landes“ (1958).

Am 22. März 1880 starb Wilhelm Tell von Fellenberg. Er hatte sich sehr um die Wirtschaft des Kreises verdient gemacht. Er gründete die „Thonwaarenfabrik von Fellenberg & Cie“(1857) und stiftete zusammen mit seiner Frau das erste Krankenhaus in Merzig (1879). Er setzte sich sehr für die Verbesserung der Landwirtschaft ein (Gründung einer Wiesenbauschule in Besseringen 1844). 1857 wurde er zum ersten Ehrenbürger der Stadt Merzig ernannt. Sein Haus, eine alte Mühle, baute er 1840 zu einem repräsentativen Wohnhaus um – dem Fellenbergschloss, heute Museum Schloss Fellenberg.

In diesem Jahr wurde auch die Seifen- und Glyzerinfabrik Wagner von Lockweiler nach Merzig verlegt, da die Kapazität der handwerklich betriebenen Seifensiedereien nicht mehr ausreichte. Die Seifenfabrik Wagner existiert heute nicht mehr.

Vor 115 Jahren, 1890, wurde im Auftrag des damaligen Landrats Knebel (1875 – 1890) das erste Kreisverwaltungsgebäude in Merzig gebaut.

Vor 110 Jahren, 1895, wurde das Merziger Elisabethhospital, besser bekannt als „Spitälchen“ abgerissen und ersetzt durch zierlichen, stilvollen, neugotischen Bau mit Geschäftsräumen und einer Kapelle. Vor dem 2. Weltkrieg war die Städtische Bibliothek, nach dem 2. Weltkrieg erst die Marienapotheke und dann ein Schuhgeschäft dort untergebracht. Mit dem Abriss 1964 wurde dem Merziger Stadtbild eine kaum mehr zu heilende Wunde zugefügt.

Vor 85 Jahren, 1920, wurde die Pfarrkirche St. Mauritius in Haustadt fertiggestellt. Mit dem Bau der Pfarrkirche wurde im Jahre 1913 begonnen.

Vor 75 Jahren, am 01.06. 1930, wurde die Kirche St. Agatha in Merchingen von Weihbischof Dr. Mönch von Trier konsekriert. Mit diesem Bau gelang dem bedeutenden Baumeister Clemens Holzmeister eine überzeugende Synthese zwischen moderner, christlicher Glaubenshaltung und neuer Baukunst.

Vor 70 Jahren, 1935, stimmte die Bevölkerung des Saargebietes am 13.1.1935 mehrheitlich für die Rückgliederung nach Deutschland, die Stadt Merzig erzielte mit 93,7 Prozent das höchste Ergebnis von allen Saarstädten.

Vor 65 Jahren, am 03. April 1940, starb Peter Wust, der als Studienrat in Köln und Trier tätig war. Heute noch erinnern sein Geburtshaus, das für Besucher offen steht und der Peter Wust Wanderweg in Rissenthal an ihn. Von 1930 bis 1939 unterrichtete Wust als Professor der Philosophie an der Universität in Münster.

Im März 2006 fanden im Museum Schloss Fellenberg die „Peter-Wust-Tage“ (Literatur, Diskussion, Vorträge) in Zusammenarbeit mit der Universität Trier statt.

Vor 50 Jahren, am 23. Oktober 1955, fand die Volksabstimmung statt. Die Saarländer standen wieder vor der Entscheidung der Zugehörigkeit zu Frankreich oder Deutschland. Das Ergebnis: Das Saarstatut wurde mit überwältigender Mehrheit (67,7 % Nein-Stimmen) abgelehnt. Frankreich erkannte dieses Ergebnis an, es kam zu Verhandlungen, die mit dem Saarvertrag vom 27. Oktober 1956 endeten. Gegenstand des Vertrages war die Eingliederung des Saarlandes in den Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland.

1955 ist das Buch des Heimatschriftstellers Matthias Enzweiler (01.03.1900 – 07.06.1987):“Sagen und Geschichten des Kreises Merzig-Wadern“ erschienen. Es enthält eine Sammlung von Märchen, Mythen und Geschichten der Region. Als Heimatforscher und Heimatschriftsteller hat er sich große Verdienste weit über den Kreis hinaus erworben. 1985 erhielt er den ersten Saarländischen Heimatpreis.

Im gleichen Jahr wurde der Verein SOS-Kinderdörfer e.V. Deutschland gegründet. Der Grundstein für das im Merziger Stadtteil Hilbringen gelegene SOS-Kinderdorf Saar legte 1959 der damalige Landrat Linicus. Im Jahre 2000 feierte das SOS-Kinderdorf seinen fünfzigsten Geburtstag.

Vor 45 Jahren, 1960, erhielt Gustav Regler den Kunstpreis des Saarlandes für Literatur. Die Stadt Merzig ehrte ihn u.a. mit einem Gustav-Regler – Zentrum.

1960 stellte die Tabak- und Zigarettenfabrik Fuchs in Merzig nach 136 Jahren ihren Betrieb ein. Gegründet wurde sie 1824 von Friedrich Aloysius Fuchs und gehörte somit zu einer der ältesten saarländischen Tabak- und Zigarettenfabriken.

Vor 40 Jahren, 1965, wurde die Kreisrealschule in Merzig eröffnet. Im Jahre 1989 wurde beschlossen, das die Schule den Namen „Christian-Kretzschmar-Realschule“ als Andenken an den barocken Baumeister Christian Kretzschmar erhalten soll.

Vor 20 Jahren, 1985, wurde Michael Kreiselmeyer als Nachfolger von Kurt Matthias Linicus am 1. Februar 1985 von der Landesregierung zum Landrat ernannt.

Landrat Kurt Matthias Linicus wurde am 30.01.1985 in den Ruhestand verabschiedet. Er war seit 1952 im Amt und ist damit dienstältester Landrat des Saarlandes.

Vor 10 Jahren, 1995, begannen die Bauarbeiten am Pellinger Berg. Später wurden auch die Moselbrücke und die Autobahn bis nach Luxemburg ausgebaut und fertiggestellt.

Vor 5 Jahren, 2000, wurde Richtfest an der Querspange von der Autobahn A8 ins Gewerbegebiet Siebend gefeiert. Die Freigabe erfolgte im Januar 2001. Das war ein großer Schritt für die Verkehrsentlastung der Kernstadt Merzig und für Besseringen.

Die Abbildungen
Haus Becker-Krapp und und Kreisverwaltungsgebäude sind entnommen aus dem Buch "Merzig vormals" von Alfred Diwersy, die Abbildung des Spitälchen aus dem Buch "Merzig in alten Ansichten" von Alfred Diwersy und die Abbildungen der Seifenfabrik "Sternseife" aus "Festschrift zur Landwirtschaftlichen Ausstellung für das Saarland 1953 und Wagner Seifenfabrik aus "Festschrift 100 Jahre Stadt Merzig, 1957

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