1 1 2 3
zurück zur Übersicht
  • 25. Januar bis 8. März 2015

Preisträger des 7. Monika von Boch Preises für Fotografie

  • „Luminogramm B“, 1996, ©Joachim Lischke
  • „Akt im Wald“, 1965, ©Joachim Lischke
  • „Zum Orwelljahr“, 1984, ©Joachim Lischke
  • „Der Neugierige“, 1949, ©Walter Adolf Schmidt
  • „Ihre Straße“, 1947, ©Walter Adolf Schmidt

Monika von Boch würde am 31. März 100 Jahre alt werden. Sie starb 1993.
Monika von Boch zählt zu den bedeutenden Fotografen in Deutschland. Bilder von ihr hängen z. B. im Museum of Modern Art in New York und in zahlreichen deutschen Museen. Monika von Boch studierte in den 1950er bei Otto Steinert. Auch Otto Steinert würde in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiern. Steinert war Leiter der Fotoklasse an der damaligen Schule für Kunst und Handwerk und hat mit seiner Fotografie – der Subjektiven Fotografie - Geschichte geschrieben. Dies ist eine Richtung in der Fotografie, deren Anliegen nicht in der Wiedergabe der objektiven Realität, sondern in deren Deutung, der Interpretation durch eigene Bildvorstellungen liegt. Auch Monika von Boch widmete sich der Subjektiven Fotografie.

Um das hervorragende fotografische Werk der Mettlacher Fotografin weiterhin in Erinnerung zu halten, verleiht das Museum Schloss Fellenberg alle zwei Jahre den Monika von Boch-Preis für Fotografie an künstlerisch arbeitende Fotografen aus der Großregion. Mit diesem Preis soll auch an die internationale Bewegung innerhalb der Fotografie, die in den 1950er von Saarbrücken und von Otto Steinert ausging, erinnert werden.
In diesem besonderen „Geburtstagsjahr“ von Monika von Boch werden zwei Fotografen geehrt: es sind Joachim Lischke und Walter Adolf Schmidt. Beide Fotografen studierten mit Monika von Boch bei Steinert, waren mit ihr befreundet und widmeten sich wie sie zeit ihres Lebens der „Subjektiven Fotografie“.

Joachim Lischke, Jahrgang 1923, studierte nicht nur an der Schule für Kunst und Handwerk, er war auch Meisterschüler und Assistent von Otto Steinert. Bei der Werkkunstschule (Nachfolge der Schule für Kunst und Handwerk) hatte Lischke von 1961 -1963 einen Lehrauftrag. Von 1955 bis 1985 war er hauptberuflich als Fotograf bei der Staatlichen Landesbildstelle Saarbrücken tätig (Landesinstitut für Pädagogik und Medien, LPM in Dudweiler). Joachim Lischke und Monika von Boch fotografierten zusammen 1961 für den Bildband von Martin Klewitz „Das Saarland“ und 1971 für den Bildband von Alfred Diwersy „Merzig Bild einer Stadt an der Saar“, dafür übernahm Lischke auch die Gestaltung des Buches. Das fotografische Anliegen von Lischke war, hinter die Dinge zu schauen, zu suchen und zu experimentieren. Die saarländische Industrielandschaft hielt er im Bild fest und wurde 1958 von der Fachzeitschrift „Photorama“ als Entdecker der Industrielandschaft für Fotografie ausgezeichnet. Legendär sind seine „Luminogramme“. Das sind Lichtzeichnungen und zählen zur experimentellen Fotografie. Das Charakteristische an dieser Technik ist das Zeichnen mit Licht. Luminogramme können durch bewegliche Lichtquellen (Lichtpendel) direkt auf das Fotopapier oder auf den in der Kamera befindlichen Film belichtet werden.

Leider ist Joachim Lischke am 27.11.2014 verstorben. Die Werke für die Ausstellung hat er aber noch selbst zusammengestellt. Die Preisverleihung an ihn erfolgt posthum.

Der 2. Preisträger ist Walter Adolf Schmidt, er ist Jahrgang 1920. Als Berufstätiger, als Bibliothekar, nahm Walter Adolf Schmidt an den Abendkursen von Otto Steinert teil und traf in dieser Zeit auch auf Monika von Boch. Schmidt besuchte die Kurse in den Jahren 1951 bis 1958 und erwarb sich, wie er sagt „die solide Grundlage für seine Fotografie“. Der heute über 90- jährige Schmidt ist fit und erinnert sich noch gerne an die Zeit bei Steinert. Schmidt strebte als Autodidakt „nach Perfektion in der Bildgestaltung unabhängig vom Gegenstand, der bedeutungslos sein kann“, wenn nötig scheute er sich nicht, „auch die Natur zu korrigieren“. Schmidts Ziel ist „nicht das nur gute, sondern das jeweils bestmögliche Bild“, um das zu erreichen, scheute er keinen Aufwand. Als Steinert Schüler beschäftigt Schmidt sich auch mit der experimentellen Fotografie. Walter Adolf Schmidt war häufig Gast bei der Landeskunstausstellung. Bei der Landeskunstausstellung Kunstszene Saar Visionen 2000 waren seine Bilder im Museum Schloss Fellenberg zu sehen. Walter Adolf Schmidt ist zur Eröffnung und zur Preisverleihung anwesend.

Die Werke beider Künstler waren in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen. Zur Ausstellungseröffnung und zur Preisverleihung ist die Bevölkerung ganz herzlich eingeladen. Nach den Grußworten wird zum Umtrunk eingeladen:

Es sprechen: Wendelin von Boch-Galhau, Vorsitzender des Aufsichtsrats Villeroy & Boch AG Daniela Schlegel-Friedrich, Landrätin für den Landkreis Merzig-Wadern Dr. Roland Augustin, Stiftung Saarländischer Kulturbesitz

Die Ausstellung wird unterstützt von der Sparkasse Merzig-Wadern. Dauer der Ausstellung: 25. Januar bis 08. März 2015

© 2013 Schloss Fellenberg, Impressum