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  • Sonntag, 7. Juni 2020, 14 Uhr

CHIFFREN - MEINE ZEICHENSPRACHE

  • Fabelwesen, 2015, Acryl, Graphit auf Papier
  • Drei Welten, 2019, Acryl, Ölkreide, Graphit auf Leinwand
  • Körperteil, 2015, Acryl, Graphit, Ölkreide auf Papier
  • Winterblüten, 2015, Acryl auf Papier
  • Dialog, 2018, Graphit, Tusche auf Papier
Mit meinen Zeichnungen möchte ich von Legenden, von Märchen und Mythen, von Mischwesen und Fabelwesen erzählen. Ich bilde nicht realistisch ab, sondern ich möchte mit ungewohnten Interpretationen die Betrachter meiner Bilder zum Lesen des symbolhaft Versteckten, ja rätselhaft Geheimnisvollen verleiten.
 
Bereits in meinem Stipendienaufenthalt in Schloss Wiepersdorf in Brandenburg begann ich mit der Darstellung von Fabelwesen, die mich seither immer mehr in ihren Bann ziehen. Diesen ersten Zeichnungen zu diesem Thema werde ich in der Ausstellung einen besonderen Platz geben. Sie sind damals als Schlussarbeit nach einem vierwöchigen intensiven Arbeiten in der Abgeschiedenheit des mir zur Verfügung gestellten Ateliers entstanden.
 
Damals schrieb ich:
Ich achte nicht auf die Uhrzeit, klebe die Blätter an die Wand. Ich weiß, ich bin jetzt angekommen – ich muss jetzt nicht mehr weitersuchen, muss nur noch mit den Bildern an der Wand meine Einladung ans Unbewusste aufzeigen. 
 
Und jetzt weiß ich, es ist an der Zeit weiter zu arbeiten. Mit Farbe möchte ich einen Gegenpol setzen gegen die in einem Arbeitsblock gebundenen, in reinem schwarz-weiß gedruckten Blätter mit dem Thema Angst (die ich als Gasthörerin für die HBK Saarbrücken gezeichnet habe). 
 
Die Farbe ist wieder wichtig geworden, um in Räume des Unbewussten vordringen zu können. Mythische Gestalten, Tier- und Fabelwesen tauchen in den Blättern auf. Es sind keine gewohnten Abbildungen der Umwelt. 
 
Ich gebe den Bildern die Überschrift CHIFFREN, diese Bilder könnten aus fantasievollen Träumen entstanden sein.
  
Die Einladungskarte für meine Ausstellung vor langen Jahren in Zürich zeigte einen Harfe-spielenden Ziegenbock. Welch seltsame Darstellung! Die Abbildung in der Züricher Zeitung inmitten von nur schriftlichen Ankündigungen über geplante Ausstellungen bedeutete für mich, dass diese CHIFFRE Beachtung gefunden hatte. 
 
Möchte ich bewusst irritieren? Mit zeichnerisch verschlüsselten Formen erzähle ich Geschichten, die so ungewohnt sind für den Betrachter, dass sie Staunen und Fragen hervorrufen. Die Dinge haben für mich ihre eigene besondere Bedeutung. 
 
Vielleicht können die Betrachter in diese verborgene Welt eintauchen.
 
Meine Freude an der Natur wollte ich nicht belehrend aufzeigen, sondern spüren lassen, was sie mir bedeutet. 
 
In einem Telefongespräch vor vielen Jahren sagte mir ein befreundeter Künstler:
WER – WENN NICHT WIR – KANN DEN ZAUBER IN DIE WELT ZURÜCK BRINGEN
 
Marlene Thiesen  
 
 
Die Ausstellung ist zu sehen bis 5. Juli 2020.
 
 
 
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