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Das Kreisheimatmuseum

Sakrales

Diese spätgotische Madonna aus dem 15. Jahrhundert hat eine sehr wechselvolle Geschichte, ihre Herkunft ist unbekannt. Sie wurde 1937 von dem ehemaligen Schulrat Ehl aus Losheim zufällig in der Casinostraße in Merzig entdeckt und „gerettet”. Sie sollte als Feuerholz für einen Waschkessel benutzt werden. Nach einer kurzen Einlagerung im Archiv des Saarland Museums in Saarbrücken kam die Statue 1947 zurück nach Merzig und wurde im Tresor der Kreissparkasse Merzig-Wadern gelagert. Nach einer aufwendigen Restaurierung wurde sie im damaligen Heimatmuseum (heute Museum Schloss Fellenberg) ausgestellt.

In diesem Raum sind weiter zu sehen: ein neugotischer Hausaltar aus dem Jahre 1870, Heiligenfiguren wie z.B. die Hl. Apollonia und die Hl. Odilie aus dem 18. Jh. Seit dem 14. Jh. gilt die Hl. Apollonia als Schutzheilige der Zahnleidenden, nachdem Papst Johannes XXL bei Zahnschmerzen ein Gebet zur heiligen Apollonia empfohlen hatte. Seither wurde ihr Martyrium als Legende ausgeschmückt und die Heilige, oft mit einer riesigen Zahnzange ausgestattet, in zahlreichen Kunstwerken bildlich und plastisch dargestellt. Die Hl. Apollonia ist auch die Schutzheilige der Zahnärzte.

Das 20. Jahrhundert ist in diesem Raum mit einer Kreuzigungsgruppe aus Terrakotta vertreten, diese wurde von dem Merziger Bildhauer Jupp Schwindling ca. 1920 gearbeitet. Er war als Keramikmodelleur bei Villeroy & Boch tätig. Dort wurde er auch schon als Lehrling in Keramiktechniken ausgebildet. Unter dem Einfluss der Trierer Professorin Änni Hoeffken-Hempel entwickelte er sich zum plastischen Gestalter, von Schwindling ist auch ein lebensgroßer Christuskopf, der sogenannte »Schmerzensmann«, in der Ausstellung zu sehen.

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